Selbst und Selbstbild und der Schmerzkörper

Wenn ein Bedürfnis nicht erfüllt wird, entsteht ein schmerzhaftes Mangelgefühl. Um diesen Schmerz nicht zu fühlen, errichte ich einen Vermeidungs- ( Abwehr- ) mechanismus. Jetzt spüre ich diesen Schmerz nicht mehr, aber auch nicht dieses Bedürfnis. Mit der Zeit entsteht aus mehreren, vielen dieser Vorgänge eine ganze Gestalt, ein Körper aus Vermeidungs- ( Abwehr- ) mechanismen, den wir Schmerzkörper nennen können.
Da ich mich mit meinem Selbstbild identifiziere, mich darüber definiere, werde ich zu diesem Selbstbild, den Vermeidungs- ( Abwehr- ) mechanismen. Ein anderer Begriff für dieses Selbstbild ist Besonderheit, weil jedes Selbstbild als Reaktion auf meine nicht erfüllten Bedürfnisse einzigartig und damit besonders ist.

Mein Selbst ist einzigartig. Die Eigenschaft ist Liebe.
Mein Selbstbild ist einzigartig. Die Eigenschaft ist Haß*.

Mein Selbst befindet sich nicht dort, wo sich mein Selbstbild befindet.
Deswegen transzendiert die Beziehung zu meinem Selbst die Beziehung zu meinen Vermeidungs- ( Abwehr- ) mechanismen. Schaue ich mein selbst geschaffenes Selbstbild mit meinem Selbst an, sehe ich, daß ich mein Selbst nicht ändern muß, auch gar nicht kann. Ich sehe, daß ich mit diesem Schritt die Möglichkeit habe, mich um mein Selbstbild zu kümmern und dann wird es sich Schritt für Schritt auflösen und das Selbst bleibt übrig. Eine Voraussetzung ist die Anschauung ohne Urteil, ohne weitere Ursachenanalyse außer dem oben beschriebenen.

Das Selbstbild ist als Reaktion auf das Außen, die Welt entstanden.
Es gibt keine Hoffnung in der Welt der subjektiven Wahrnehmung, die das Selbstbild gestaltet. Hoffnung ist berechtigt, wenn ich verstehe, daß die Welt ein perfektes Instrument ist, mir zu zeigen, was ich in mir nicht wahrnehme, was mir fehlt um vollständig zu sein, ein Selbst zu sein. Die Wahrnehmung der Welt ist so wie sie ist, da ich in mir nur Angenehmes wahrnehmen möchte, und so kommt demzufolge das Unangenehme in Form des Außen auf mich zu, um mir zu helfen mich zu vervollständigen.

Haß*
Haß schützt unseren Selbstwert. Wird Haß aktiv, wissen wir, unser Selbstwert wird angegriffen. Ein autonomer Vorgang, um den wir uns gar nicht kümmern müssen. Eine geniale Einrichtung, auch wenn wir uns mit diesem Begriff und der haßenden Energie nicht einfach tun. Werden unsere berechtigten Bedürfnisse nicht erfüllt, empfinden wir das als einen Angriff auf unseren Selbstwert, denn die Erfüllung unserer berechtigten Bedürfnisse steht uns ja zu und wer maßt sich an uns die Befriedigung vorzuenthalten. Und schon suchen wir einen Schuldigen und ich bin mir sicher, wir finden ihn auch.
Unerlöster Haß ist Krieg. Er ändert seine Form ( Impfen ist Liebe ), aber nicht sein Wesen.
Gesunder Haß als Reaktion auf einen Selbstwertangriff ist nicht das Problem, sondern unsere Identifikation mit dem entstandenen unerlösten Selbstbild.