Repräsentation und Simulation

Ein Modell ist ein Abbild, eine Vorstellung von Wirklichkeit.
Ein Modell bezieht seine praktische Anwendbarkeit, seine Glaubwürdigkeit
aus dem Kontakt und dem fortwährenden Abgleich mit der Wirklichkeit.
Eine Straßenkarte repräsentiert das reale Straßennetz.
Das Straßennetz ist das Sein, die Straßenkarte das Abbild, der Schein.
Ändert sich die Wirklichkeit, ist es sinnvoll, das Modell an die Veränderungen anzupassen.
Ändert sich das Modell, ändert sich die Wirklichkeit nicht.

Eine Simulation ist ein ausgedachtes Modell ohne Abgleich, ohne Überprüfung, ohne Ursprung in der Wirklichkeit. Die Wirklichkeit hat in der Simulation aufgehört zu existieren, die Genauigkeit eines Abbildes ist unwichtig geworden. Eine Simulation ist nicht mehr rational, da kein Abgleich mehr stattfindet. Die Simulation bezieht sich ausschließlich auf sich selber, ist reiner Schein. Und so verschwindet das in der Wirklichkeit verhüllt über die Wirklichkeit Hinausweisende, die verborgenen, aber erfahrbaren Dimensionen des Seins.

Die Simulation gibt sich als Repräsentation aus und verbirgt somit, daß sie keinerlei Bezug zur Wirklichkeit hat. Simulation simuliert Unterschiede um sich zu maskieren. Sie ist einzig ihr eigenes Abbild. Simulation ist der Ersatz für Wirklichkeit: für Wissen, Wahrheit, Referenz / Bezug und objektive Ursachen, die keinerlei Gelegenheit mehr bekommen, sich in unserem Erleben zu zeigen und reflektiert zu werden.

In einer Simulation zu leben, bedeutet, etwas zu sein und zu haben, was man nicht ist und auch nicht hat, denn es ist die Abwesenheit von Wirklichkeit.
Die Simulation ist beliebig formbar und dehnbar und kann nicht mehr als solche demaskiert werden.

Damit ist die Simulation die Entfernung des Lebendigen.

Wie ist der Erleber dieser von der Simulation erschaffenen Fiktion beschaffen ?
Wird der Erleber dieser Fiktion selber zu einer beliebig formbaren Simulation ?

Leben wir
Erleben wir

die Simulation
einer Krankheit
des Nachweises einer Krankheit
eines rationalen Umgangs mit einer Krankheit
eines gültigen Wahlrechts ( BVG: 25.7.2012 )
eines gültigen Gesetzgebers
eines Rechtsstaats

die Simulation
eines Ichs und eines Selbst
einer Begründung unseres Seins
einer Begründung unserer Wirklichkeit
unserer tiefen Gefühle
einer Liebe und deren gelebter Ausdruck

?

mit Dank an: https://blog.berg-kommunikation.de/simulacra-simulation/

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